Social Network Clutter

Inspiriert von dem folgenden Werk über Social Media ist der heutige Artikel entstanden. Soziale Netzwerke sind wichtig. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Das Netzwerken in den Onlinewelten steht dieser Forderung auch in nichts nach. Im Gegenteil. Das sogenannte „Social Networking“ im Web unterstützt die Netzwerkbildung. Schnell und unverbindlich können sich Interessierte über ein bestimmtes Thema austauschen. Der Informationsaustausch findet dann aber nicht nur im Web statt. Man trifft sich und diskutiert real, tauscht Meinungen und Erfahrungen aus, entwickelt sich weiter. Das Online-Leben, wie ich es gerne nenne, ist ein wichtiger Bestandteil geworden – ja das ist es.

ABER es gibt für mich gerade ein Problem. Neue Netzwerke und Anwendungen sprießen wie nichts Gutes aus dem Boden und es wird langsam schwer den Überblick zu behalten, wer, wann, in welchem Netzwerk, zu welchem Thema, was gesagt hat. StudiVZ, Facebook, Twitter, Xing und die gängigen IM’s Pidgin (ICQ Engine) und Skype für den Live-Kontakt, um nur einmal die für mich gängigsten Favoriten zu nennen. Jeder präferiert ein anderes Tool, hängt in einem anderen Netzwerk ab. Um sie alle unter einen Hut zu kriegen, muss ich mich, auch wenn mein primäres Interesse nicht mit der Ursprungsintention des Netzwerkes übereinstimmt, in diesem anmelden und rumidlen und das alles für ein bisschen Kontakt. Ich bin dann also in zehn verschiedenen Netzwerken angemeldet und bin damit vermutlich noch jemand der eigentlich von Überschaubarkeit sprechen sollte, wenn ich sehe, was sich andere Menschen im World Wide Web da so zumuten.

Mein Wunsch. Bisher sind die meisten dieser Netzwerke ja so aufgebaut, dass sich zunächst erst einmal alle Benutzer anmelden sollen und dann im Nachhinein durch Gruppen zu bestimmten Themen oder Foren oder anderen Möglichkeiten ihre Interessen vereinen. Das ist auch ein super Prinzip, nur hilft es mir bei meiner Problematik nicht – und ich nehme jetzt einfach mal an, dass ich damit nicht der Einzige bin – weiter. Mein Wunsch wäre also eine einzige Plattform. In dieser Plattform können sich alle vereinen. Die Benutzer können Tags für ihre Interessen angeben und können sich so sammeln und genau das tun, was sie auch in den anderen Netzwerken tun. Natürlich sind auch die anderen Funktionalitäten weiterhin möglich. Die Basis dafür haben die vorhandenen Marktführer bereits gelegt. Natürlich würde dann plötzlich nur noch einer das große Geld verdienen, sofern man sich nicht für eine werbefreie Lösung entscheidet. Werbefrei – wohl eher nicht. Ich sehe ein, dass ab einer bestimmten Personenanzahl und dem damit verbundenen Traffic der ehrenvolle Samariter schnell Insolvenz anmelden muss. Da es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass ich diesen Single-Network-Zustand noch miterleben werde, habe ich einen zweiten Wunsch, der sich eher realisieren lässt.

Mein zweiter Wunsch sieht eine Software vor, die es mir ermöglicht in einer Anwendung den Überblick über alle denkbaren Netzwerke zu haben. Kontaktverwaltung und –pflege, Interessenaustausch und Dokumentenverwaltung. Im Grunde die gesamte Funktionalität von allen vorhandenen und neu aufkommenden Netzwerken, vereint in einem Tool, dass sich genau dieser Möglichkeiten die von den Portalen angeboten werden, bedient und sie ansprechend einfach für den Benutzer zusammenfasst. Einfach soll hier nicht billig heißen. Es soll den Benutzer über Module Funktionalitäten zu seiner persönlichen Umgebung hinzuzufügen lassen. Die Idee ist sicherlich nicht neu, vereinzelt gibt es solche Anwendungen ja bereits. Tweetdeck stellt so eine Alternative dar, allerdings ist das Netzwerkspektrum, welches angebunden werden kann hier ziemlich beschränkt. Ich möchte in dieser Hinsicht nicht beschränkt werden. Ich möchte auch nicht zig verschiedene Anwendungen installieren, die jeweils wieder nur einige Netzwerke unterstützen. Ich denke ich habe klar formuliert was ich möchte und vielleicht steht die Lösung ja bereits in den Startlöchern und wird bald released. Man kann ja nie wissen was am nächsten Tag im Internet veröffentlicht wird, was – auch wenn man anfangs skeptisch ist – einem bald das Leben um einiges leichter macht. In diesem Sinne hoffe ich, dass der Weihnachtsmann meinen Wunsch mitbekommen hat und wünsche allen Bloggern in diesem Online-Universum fröhliche Weihnachten.